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Donnerstag, 16. Juni 2011

Ein Hoch auf die Beliebigkeit

Inhalt zählt, das glaubt im Internet doch schon lange niemand mehr. Das Geld wird mit Klicks gemacht. Klicks führen von der eigenen Seite weg, ich darf also auf keinen Fall so interessant sein, dass die Leser, ähh Klicker sich auf meiner Seite festlesen und das Klicken vergessen.

Die meisten Internetklicker sind aber leider Amateure. Die wissen nicht, wie wichtig ihre Klicks sind. Es gab ja schon Versuche, die Klickateure für ihre Klicks zu bezahlen, doch die Deutschen sind viel zu verwöhnt, um sich von einer regelmäßigen Bezahlung vom langwierigen Lesen abhalten zu lassen. In einem interessanten Video wurde daher mal vorausgeschaut, wie man in den nächsten Jahren das richtig große Geld machen kann. Nicht gute Texte, die willige Leser anlocken, sind gefragt, sondern große Computerzentren in denen willige Klicker sitzen. Irgendwo im Busch oder in Fernost sind die Ansprüche an ehrliche, naja halbehrliche Arbeit noch gering genug, da kann man ein solches Zentrum aufbauen und die Leute klicken lassen. Am besten für jeden Menschen fünf Computer, damit werden die neuesten (oder veralteten) Pläne von Google, die Verweildauer der Leser auf den Seiten in ihre Qualitätseinstufung miteinzubeziehen, auch wieder ad absurdum geführt.

Diesen Leuten erklärt man dann einfach, wo sie hinklicken sollen. Am besten gestaltet man alle wichtigen Links in einem einheitlichen Design, denn lesen können den deutschen Text die Fernostklicker ohnehin nicht. Dann kann das Geld verdienen losgehen. Denn ich brauche auch keine guten Texte mehr, wenn die Klicker ohnehin ihre Arbeit tun. Die Beliebigkeit der Buchstabenkombinationen wird also zunehmen. Wunderbar, billigere Texte gleich mehr Geld.
Bald haben wir es geschafft.
Auch wenn die Amateurleser abschalten.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Dieter Nuhr und die Antisatire

Die Sendung Satire-Gipfel steht schon seit ihrer ersten Ausstrahlung in der Kritik. Kritik durch andere Satiriker. Der Nachfolger der Sendung Scheibenwischer verwischt die Grenzen zwischen Satire und Comedy. Es begann mit der Einladung von bekannten Comedians, wie Markus Maria ­Profittlich, und dem Versuch das Programm näher an den Mainstream zu rücken. Scheibenwischer Mitbegründer Hildebrandt untersagte dem neuen Konzept seiner Nachfolger den Namen der ursprünglichen Sendung beizubehalten, weil er ein Abgleiten in die Belanglosigkeit befürchtete. Mit der Ablösung von Matthias ­Riechling durch Dieter Nuhr scheint genau dies eingetreten zu sein. Vielen gilt Nuhr als der Intelligenzbolzen unter den Comedians, doch echte Satire scheint ihm niemand zutrauen zu wollen. In einigen Kritiken liest man über die Belanglosigkeit seiner ersten Ausgabe des Satire-Gipfels. Aber auch über die Versöhnung zwischen Kabarett und Klamauk wird mancherorts gejubelt.

Abgesehen von der Frage, ob eine solche Versöhnung überhaupt wünschenswert ist, muss ich doch zugeben, dass Nuhr in dieser Sendung tatsächlich einer der satirischsten Vertreter seiner Zunft war. Was jedoch viele Anhänger der traditionellen Satire verwirrt haben dürfte, war das Ziel seines Spotts. Dieter Nuhr trat in seiner ersten Sendung als Moderator einer Satire-Sendung als ­Antisatiriker auf. Sein Spott galt all jenen, die Satire als eine Form der Auflehnung statt als gemütliches Entertainment betrachten. Sich zurücklehnen, Spaß haben, den auf der Bühne für sich denken lassen, das scheint für Dieter Nuhr der eigentliche Zweck der Satire zu sein. Klamauk und Kabarett haben sich an dieser Stelle nicht versöhnt. Der Klamauk hat mit Nuhrs Satire-Gipfel seinen Endsieg errungen.

Dienstag, 11. Januar 2011

Jetzt wirds illegal

Illegale Machenschaften machen sich auch auf diesem Blog breit. Jeder, der diese Zeilen liest, wird von Google Analytics überwacht und verfolgt. Ich keiner hat auch nur die geringste Möglichkeit mir oder Wikileaks zu verheimlichen, dass er sich diesen Text durchgelesen hat.

Bald schon wird eure IP-Adresse in einer langen Liste stehen, gemeinsam mit allen anderen, die sich im Internet eine Seite angesehen haben. Und diese Liste wird öffentlich zugänglich für alle, die es interessiert. Ha! Das habt ihr davon. Wenn also demnächst eure Oma wissen will, was ihr im Internet so treibt, dann muss sie nur zu google gehen und sich diese Liste geben lassen. Und weil die Oma dann so entsetzt darüber ist, was ihr hier auf meinem Blog gelesen habt, bezahlt sie mir ganz viel Geld, aus Dank dafür, dass ich google Analytics eingestellt habe und eure Oma Zugriff auf euer Surfverhalten haben konnte. Jetzt hab ­ichs geschafft. Ich werde reich. Wenn auch nicht mit rechten Dingen, denn leider sind deutsche Datenschützer schon dabei, google Analytics zu verbieten. Und wenn die Datenschützer Google Analytics wirklich verbieten sollten, dann wird gefährlich. Denn google sitzt ja dummerweise nicht in Deutschland, kann daher auch nicht nach deutschem Recht angeklagt werden. Deswegen werden schon jetzt Schauprozesse, ach nein auf demokratisch heißt das ja Musterprozesse, geplant, um die Seitenbetreiber, die sich weigern google Analytics auszuschalten, in den Knast zu schicken. Oder sich von denen viel Geld geben zu lassen. Denn das wollen wir ja alle. Das große Geld im Internet.

Dienstag, 30. November 2010

Bilder verkaufen, was das Zeug hält

Im Internet hat ja eh niemand Ahnung von Kunst. Da kann man dann schon mal die Schmierereien, mit denen man sich in den letzten Monaten die Zeit vertrieben hat, online stellen und dafür fleißig Kröten kassieren.
Also mit einem Kunstbild, so heißen die Dinger, wenn man Sie im Internet verkaufen will, Bild ist ja auch viel zu vieldeutig, das können ja auch einfache Pics sein, also nicht Schweine, die schreibt man mit g, aber nur im Englischen, wir sind ja hier ein deutschsprachiger Blog, also die Texte sind auf deutsch, weshalb google.us diesen Blog auch nicht findet, was keinen Unterschied zu google.de macht, denn hier wird er auch nicht angezeigt, weil google seine eigenen Blogs nicht mag, es zeigt lieber die Blogs anderer, also zum Beispiel Wordpress, damit hat man perfekte Chancen, bringt nur leider nichts, weil Wordpress das Geld verdienen verbietet, also nicht verbietet, aber das kostet, und das ist ja Blödsinn, Geld auszugeben, wo man doch welches haben möchte, investieren, nennen manche Betrüger das, bevor sie einem das Geld aus der Tasche ziehen, besonders, wenn man vergisst den Reißverschluss zuzumachen.

So. Wieder was gelernt? Dann weiter so.
Viel Erfolg.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Frech geklaut ist halb geschrieben

Bei den Nachdenkseiten gefunden und da schon vom Tagesspiegel zitiert.

Montag, 7. Juni 2010

Oh mein Gott!

Scheiß auf SEO gerechte Überschriften. Dazu fällt mir einfach nichts brauchbares ein: In einem chinesischen Elektronikunternehmen sorgte eine Selbstmordserie für Lohnerhöhungen von siebzig Prozent (70%!) Eine Selbstmordserie in China scheint ja viele Menschen in Europa kaum zu überraschen. Der japanische Harakiri, die Selbsttötung zur Rettung der Ehre, scheint aus dem hiesigen Blickwinkel in ganz Asien alltägliches Phänomen zu sein.

Doch spätestens bei diesen Zahlen muss doch jedem Kapitalisten das Herz bis zum Hals schlagen: Dieses Elektronikunternehmen in China hat es jahrelang geschafft exzellent zu wirtschaften, und zwar so exzellent, dass siebzig Prozent mehr Lohn für jeden Mitarbeiter mal eben beschlossen werden kann. Jeder minus elf, denn mehr waren es nicht, die mit dem Harakiri wirklich ernst gemacht haben. Es sind also immer noch rund 300.000 Chinesen, die nach dieser zweiten Lohnerhöhung nun mehr als das doppelte ihres Gehaltes vor der Selbstmordserie bekommen und nur elf Mitarbeiter, die aufgrund von Leistungsverweigerung/Tod nicht mehr bezahlt werden müssen. Das sind noch Gewerkschaftserfolge, vielleicht sollte Verdi auch mal nach Freiwilligen suchen.

Zu Bedenken bleibt: Die Firma wird ihre Lohnstückkosten nicht ebenfalls verdoppeln wollen, wenn sie international im Geschäft bleiben will. Die Gehaltserhöhung war gerade groß genug, um die negative Publicitiy etwa um fünfizg Prozent aufzufangen. Ein entsprechender Nachfragerückgang wird mit Entlassungen ausgeglichen, die übrigen 150.000 Mitarbeiter werden für ihre 200% Lohn 210% der ursprünglichen Leistung bringen müssen, falls das von Menschen überhaupt geleistet werden kann. Ein Hoch auf den Liberalismus.

Dienstag, 1. Juni 2010

Wieso Stefan Raab aus Scheiße Gold machen kann

Nein, das heißt jetzt nicht: Lena ist Scheiße. Im Gegenteil, Lena ist das Gold, dass Raab aus einem Scheißformat, wie einer Castingshow machen konnte. Mal wieder etwas goldenes, diesmal sogar wirklich, nicht nur im monitären Sinne. Und mal wieder fragt man sich: Wie macht der Kerl das? Wieso hat der immer nur gute Ideen? Ob es eine Fernsehsendung ist, in der andere Fernsehsendungen verarscht werden (TV-Total), ob es darum geht, dass Prominente sich im Schwimmbad zum Affen machen (TV-Total Turmspringen) oder ob er immense Preise für den Sieger eines Kindergeburtstages auslobt (Schlag den Raab), immer ist es ein voller Erfolg. Und nun sammelt er auch noch den ersten Preis beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson oder Eurovision Song Contest ein. Wobei, es war ja nicht das erste Mal, dass er dabei war. Aber schon mit Wadde hadde dude da gelangte ihm der Sprung in die top ten. Wenn Stefan Raab die Finger im Spiel hat, dann sinken die Quoten in den Wettbüros. Denn wenn jeder auf den selben setzt, kann keiner viel gewinnen. Die Lieder dieses Jahres bewiesen es. Alle wetteten auf Lena, obwohl auch die anderen Songs nicht schlecht waren. Zumindest nicht alle. Sogar wissenschaftliches über Stefan Raab ist schon verfasst worden, weil sein Erfolg Kulturexperten vor ein Rätsel stellt.

Stefan Raab hat ein Händchen für das Geschäft, das er sich ausgesucht hat. Oder gibt es einen Geheimtipp, den man ihm steheln könnte? Ja! Schon Alfred Biolek hat erkannt, dass Stefan Raab einer der letzten im deutschen Fernsehen ist, der sich auch mal etwas neues traut, der bereit ist ein Risiko mit neuen Formaten einzugehen, der eine Show produziert, die noch in keinen anderen Land gelaufen ist. Dass seine Produktionen immer ein Erfolg sind, liegt vielleicht weniger daran, dass Stefan Raab aus Scheiße Gold machen kann, sondern, dass die Leute, die Zuschauer vor den Bildschirmen einfach nach Neuem hungern. Stefan Raab hat im deutschen Fernsehn ein Monopol auf neue Ideen. Genau deswegen wollen die Leute seine Ideen sehen, weil sie neu sind! Naja und von Musik scheint er auch etwas zu verstehen. Wohl keine schlechte Kombination.

Also Leut: Wer das richtig dicke Internetgeld scheffeln will braucht vor allem eines: Neue Ideen! Soll das am Ende heißen,dass tatsächlich der Inhalt zählt???